RUNEN - das Runenalphabet F U T H A R K, 

J E R A

Jera ist der Menschen Hoffnung, wenn Gott,
der heilige Himmelskönig, die Erde herrliche Früchte
für Reiche und Arme zugleich hervorbringen läßt.
Ernte ist die Hoffnung der Menschen, wenn Gott,
heiliger König des Himmels, der Erde gestattet,
ihre strahlenden Früchte zu bescheren den Edlen und Bedürftigen.

Buchstabe

  • J/Y

Bedeutung

  • Jahr
  • gute Ernte
  • Ineinandergreifen
  • Zyklus

Schlüsselwörter

  • Entwicklung in zyklischer Form
  • Zyklus des Sonnenjahres
  • Belohnung
  • Genuß der Früchte aufgewendeter Bemühungen
  • Adler

Magische Wirkungen

  • Fruchtbarkeit, Kreativität, Frieden, Harmonie, Erleuchtung
  • Begreifen der zyklischen Natur
  • Begreifen des Geheimnisses des allgemeinen gegenwärtigen Kreislaufs
  • Sicherung der Ernte und Fruchtbarkeit
  • Überwindung von Stagnation
  • Amulette gegen Schäden durch andere
  • Talismane zur Überwindung von Stagnation, Terminschwierigkeiten und zur Förderung des allgemeinen Gelingens längerfristiger Vorhaben

Heilrune

  • Zuständigkeit für den Darmtrakt und für Verdauungsstörungen
  • Wiederherstellung des natürlichen Zyklus, Korrektur organischer Rhythmusstörungen

Orakelbedeutung

  • Hoffnungen und Erwartungen von Frieden und Wohlstand. Die Verheißung von Erfolg. Die Resultate früherer Bemühungen werden verwirklicht.

Numerische Bedeutung

  • Die zwölf Monate, Erntezeit

Geschlecht

  • beide

Element

  • Erde

Runen-Halbmonat

  • 13. 12. - 27. 12.

Edelstein

  • Karneol, Smaragd

Pflanze

  • Kornblume

Kraut

  • Rosmarin

Baum

  • Eiche, Ahorn

Farbe

  • Hellblau, grün

Tier

  • Adler

Gott/Göttin, Wesenheiten

  • Freyr, Freyja, Baldur, Höðr

Astrologie

  • Die Erde

Tarot

  • Der Narr

Kraftplatz

  • Stellen mit Erdbewegungen



Die Mitte des Futharks ist erreicht Zeit der Ernte. Jera bedeutet, wörtlich übersetzt, Jahr und symbolisiert den ewigen Rhythmus von Kommen und Gehen. Konstruktiv angewandt fördert Jera gutes Gelingen jeglicher Arbeit, neutral steht sie für "Alles zu seiner Zeit" und destruktiv kann sie zur Verzögerung eingesetzt werden.



Bedeutung:
Jahr - gutes Jahr - Ernte, Fülle, Überfluß, Fruchtbarkeit = Früchte der Arbeit, die zu anderer Zeit geleistet wurde
der "Erntegott" Freyr
Ernte als "Reichtum der Gemeinschaft"; (Frodhi-) Frieden

Sonnenjahr, Jahreslauf (zweigeteiltes Jahr, Sommer / Winter) = horizontale, erdbezogene Achse
Lebenskreislauf, Zeit, die "richtige" Zeit (um etwas zu tun), "alles hat seine Zeit"
Expansion (im Gegensatz zu den Vorgängerunen)
Julfest: Arbeit der Sippe bringt dieser Früchte; Dankbarkeit

Zeitpunkt: Kenaz; Zeitspanne: Ingwaz; Zeit allgemeiner / zyklisch: Jera, Raidho?



Althochdeutsch: jera
Altenglisch: ger
Altnordisch: ar, jara
Gotisch: jer, gaar

Ger byth gumena hiht
ðonne god læteth
halig heofones cyning
hrusan syllan
beorhte bleda
beornum ond ðearfunn

Ger ist eine Freude für die Menschen,
Wenn Gott, der heilige König des Himmels, leidet,
Damit die Erde glänzende Früchte hervorbringt
Für die Reichen ebenso wie für die Armen.

Jera ist eine landwirtschaftliche Rune und ist einerseits eine Glyphe für die Abgrenzung des Feldes und das Bild des Samens, der aus der Erde hervorsprießt (eine alternative Form deutet darauf hin). Außerdem ist sie eine solare Rune und spiegeltden Zyklus des Jahres wieder. Tod und Wiedergeburt.



Deutung der Rune
Jetzt ernten sie, was sie einst gesät haben. Dies ist ein Zeit der Fülle, der Freude und des Feierns ohne Selbstgefälligkeit, aber auch der harten Arbeit. Die Ernte geht vorüber, und vor ihnen liegt ein Winter mit weiteren harten Lektionen. Sammeln sie Wissen und Weisheit, um für die Herausforderungen gewappnet zu sein. Dies ist ein neuer Wendepunkt in ihrem Leben, nicht das Ziel.
Größere Ernten warten auf sie; doch vorher müssen sie das Feld bereiten, die saat säen, die Keimlinge pflegen und die mit Früchten beladenen Äste stützen.

"Dies ist die Zeit der harten Arbeit; aber sie ernten auch den Lohn für vergangene Mühe."

Bedeutung: Ernte
Die Ernte ist die Zeit der härtesten Arbeit. Die Früchte müssen eingesammelt und gelagert werden, damit sie nicht verderben. Es ist auch eine Zeit der Vorbereitung. Alles muss an seinem Platz sein, bevor der erste Schnee kommt. Um den Winter zu überstehen, müssen sie möglichst viele Früchte einholen. Sie dürfen nichts übersehen und müssen alles richtig machen. Was nicht richtig gelagert wird, verrottet lange vor dem Ende des Winters. Jetzt dürfen sie sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Die Erntefeier muß warten, bis die Ernte in der Scheune ist. Sie sind am Ende eines Zyklus - aber jedes Ende ist ein neuer Anfang.



Sinnbild: Jahresrad

Kraft: Ernte und Wandel

Bedeutung: Jera symbolisiert den Lohn vergangener Taten. Die Samen, die einst gepflanzt wurden, können nun als reife Früchte geerntet werden. Dieser Zyklus kehrt regelmäßig wieder.

Losung: Die Zeit der Ernte ist gekommen - die Zeit, um nach getaner Arbeit die Früchte zu teilen.

Orakel: Wenn Sie Ihren Vorarbeiten vertrauen, könnten Sie nun guten Gewissens Ihre Ernte einfahren. Es wird sich etwas verwandeln in Ihrem Leben, jedoch nur im Sinne Ihrer Seele. Der Weg der Seele gleicht vielleicht nicht dem Ihres Verstandes, aber dann sollten Sie sich einmal Gedanken darüber machen, ob Sie Ihrem wechselhaftem Verstand oder Ihrer alten Seele die Zügel für Ihr Leben in die Hand legen wollen. Die Jera-Rune symbolisiert den Jahreszyklus und ebenso wie es jedes Jahr Sommer wird, so wird die Situation, in der Sie sich gerade befinden, auch regelmäßig wiederkommen, und zwar genau solange, bis sich etwas Neues entwickelt hat.

Talisman: Jera bedeutet Jahr und weist auf den Kreislauf der Jahreszeiten hin. Diese Rune beschert eine Phase des Wartens. In dieser Phase kann man sich Zeit für das natürliche Wachstum lassen. Zyklische Erfüllung und der Strom der Zeit sind Schlüsselwörter für Jera. Jera fördert den inneren Frieden und die Geduld sich vom natürlichen Rhythmus leiten zu lassen. Unterstützt ein gutes "Timing" und kündigt eine Zeit der Fülle an.



Orakelstab 13: Schritt über die Schwelle

Runenbegriff: Jahr

Sinngehalt: Auf- und Abstieg des Zeitlaufes

Mondcharakter: gebärender Vollmond

Tyrkreisort: Zwillinge/Krebs

Das Jahr, die Zeit, gleicht einem Baum mit 13 Ästen; 6 Stufen symbolisieren die Welt der Abstiegsmächte und die anderen 6 Stufen jene der Aufstiegskräfte - dazwischen aber ragt die Spitze des Weltberges. 13 ist mithin die Zahl, welche des Zeitganges immerwährenden sinnvollen, aber auch oft negativ erscheinenden Wechsel des Abstieges versinnbildlicht. Die Zeitrune steht unter dem zur Neuorientierung führenden Zwillingseinfluß, der sich mit des Krebses Rückwärtsgang addiert. Sie raunt von einer sich anbahnenden Veränderung, von dem Ausklingen einer Werdephase, vom Einmünden der Entwicklung in eine neue Ebene (Transformation). Oft markiert sie das Ende hochfliegender Pläne, den Beginn eines Abwärtsschwunges, die Verabschiedung eines Jugendtraumes. Jedenfalls wird ein Tor durchschritten. Das könnte eine Bewußtseinswandlung ebenso bedeuten wie Übergang in einen neuen Seinszustand - auch Siechtum und Tod, was jedoch im Sinne der Reinkarnationslehre nur wiederum ein Zeitsegment im fortlaufenden Wechsel von Sterben und Geborenwerden darstellt.



Interpretation: der dynamische Kreislauf des Zyklus von Sommer und Winter

Diese Rune hat ihr mythologisches Motiv beim unverwundbaren Sonnengott Baldur, der getötet werden konnte, da einer Mistelstaude als einzigem Wesen nicht das Versprechen abgenommen wurde, Baldur zu schützen.

Jera verkörpert das zyklische Muster von Entstehen - Sein - Werden - Vergehen.

Sie verhilft zu Erleuchtung, Fruchtbarkeit, Harmonie und Frieden.



Urgermanisch: jera - Gotisch: jér - Altenglisch: gér - Nordisch: ár

Esoterische Interpretation des Namens: Lebenszyklus, Sonnenzyklus
Ideographische Interpretation: die heilige Vermählung von Himmel und Erde oder der dynamische Kreislauf von Sommer und Winter

Jera verkörpert das universelle zyklische Muster von Werden, Vergehen und neuem Werden, das sich auch durch die gesamte Runenreihe zieht. Jera ist eine der beiden zentralen Runen des älteren Futhark. Sie beschreibt die zyklische Natur des stets im Werden begriffenen Seins, das Geheimnis des allgegenwärtigen Kreises.

Jera verkörpert das Mysterium des zwölfteiligen Zyklus des jährlichen Sonnenumlaufs. Raiðo ist der tägliche Weg und die bahnbrechende Kraft der Sonne, Jera ihr jährlicher Weg und Sowilo die Sonne selbst.

Jera stellt den Lohn für ehrenhaftes, rechtmäßiges und den Gesetzen der Natur entsprechendes Verhalten in der Vergangenheit dar. Das ist nicht im moralischen Sinn gemeint – hier geht es um Naturgesetze. Wenn der Same richtig gesät ist, und das Glück (hamingja) ist mit dir, dann wird die Ernte reichlich ausfallen. Es ist der Genuß der Früchte wohlüberlegter Bemühungen zur Erreichung eines bewußt oder instinktiv gewählten Ziels. Das hat sowohl für die Welt der sichtbaren Erscheinungen als auch für das Reich der Götter Gültigkeit.

Der kosmische Fruchtbarkeitsaspekt dieser Rune weist auf Freyr und Freyja hin, die man um gute Ernte und Frieden (til árs og friðjar) anruft. Der nordische Name ár vermittelt die Assoziation mit dem Adler als Symbol des schnellen Fluges und der Sonne.



Ernte, Zeit der Fruchtbarkeit, Jahreskreis
Die ersten grünen Triebe
sprießen aus gepflügter Erde.
Geduld, Geduld, meine Geliebten.
Wenn eure Zeit gekommen ist,
werdet ihr die Ernte
eures Selbst einbringen.
Als Rune der positiven Ergebnisse stützt und bestärkt Jera alle Aktivitäten und Bestrebungen, mit denen Sie sich gerade befassen.

Se sollten sich jedoch bewusst sein, dass keine schnellen Resultate zu erwarten sind. In der Regel gilt es eine gewisse Zeitspanne abzuwarten. Daher auch das Schlüsselwort "Jahreskreis", das den kompletten Zyklus bis zur Reife, Ernte oder Geburt symbolisiert.

Sie haben den Boden bereitet und den Samen ausgebracht. Nun ist es an der Zeit, ihn sorgfältig zu pflegen. Allen, deren Mühen lange währen, schenkt Jera das Versprechen letztendlichen Erfolges. Im Wissen, dass das Resultat in den Händen der Vorsehung liegt, sollten Sie jetzt ausdauernd und standhaft bleiben.

Denken Sie an die alte Geschichte vom Bauern, der so bemüht war, seine Saaten in ihrem Wachstum zu unterstüzen, dass er jede Nacht hinausging und an ihnen zog. Wir können den Fluss nicht drängen, schneller zu fließen. Genauso wenig können wir die Ernte beschleunigen. Geduld ist vonnöten, um den inneren Prozess zu erkennen, der in seiner eigenen Zeit zur Ernte des Selbst führen wird.

Admin
R. Forstner-Billau
Wien
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