PILZVERGIFTUNG 

PILZVERGIFTUNG

Rasch handeln bei Pilzvergiftungen!

Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Kontaktaufnahme mit der
Vergiftungszentrale im Wiener Allgemeinen Krankenhaus.

Vergiftungsnotruf: 406 43 43

Der Inhalt dieser Seite wurde vom Österreichischen Roten Kreuz in Form einer Presseaussendung veröffentlicht:

"Mehr als 3.000 Pilze gibt es in Mitteleuropa, etwa 150 davon sind mehr oder weniger giftig, einige davon sogar lebensgefährlich. Im Wesentlichen werden zwei Hauptgruppen von Pilzgiften unterschieden, sagt Dr. Heinz Peter Slatin, Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes:

In der ersten Gruppe treten Vergiftungssyndrome nach einer langen Latenzzeit von etwa vier Stunden bis zu mehreren Tagen auf. Weniger gefährlich ist die zweite Gruppe, in der Vergiftungssyndrome schon nach 15 Minuten bis vier Stunden auftreten. Meistens werden hier ´nur´ sehr unangenehme Beschwerden ausgelöst, die mehrere Tage anhalten, so Slatin.

Das Gift des Knollenblätterpilzes (Weißer Knollenblätterpilz, Grüner Knollenblätterpilz, Frühlingsknollenblätterpilz) gehört zur ersten Gruppe und ist für etwa 90 Prozent der tödlichen Pilzvergiftungen verantwortlich. Vor allem unerfahrene Schwammerlsucher können den Knollenblätterpilz leicht mit Champignon-Arten verwechseln. Je nach Menge des aufgenommenen Giftes stellt sich nach 8 bis 24 Stunden heftiger Brech-Durchfall ein. Nach ein bis zwei Tagen lassen die Anfälle nach. Am dritten Tag beginnen sie wieder, begleitet von schweren Organschäden, besonders der Leber. Unbehandelt tritt der Tod am fünften Tag ein.

Bei Verdacht auf eine Vergiftung durch Knollenblätterpilze sollte schnellstmöglich ein Krankenhaus aufgesucht werden, sagt Slatin. Erbrochenes, Putzreste des Pilzes oder Speisereste in einem Plastikbeutel mitnehmen. Kein Erbrechen auslösen und keine Milch einflößen. Beim Transport auf freie Atemwege und stabile Seitenlage (Erbrechen) achten.

Die sicherste Methode, sich nicht mit Pilzen zu vergiften, ist die Fähigkeit, die diversen Arten genau voneinander unterscheiden zu können. Wer dazu nicht im Stande ist oder Zweifel hat, sollte sich an Experten in Pilzberatungsstellen wenden, so Slatin. 1995 wurden im Wiener Marktamt 2.400 Funde untersucht. 200 Mal wurden dabei giftige Pilze festgestellt, 1.000 wurden als ungenießbar, verdorben oder wertlos eingestuft."

Admin
R. Forstner-Billau
Wien
www.forstner-billau.at