| Gamla Stan, die Altstadt Gamla
stan (schwedisch; eigentlich gamla staden, die Altstadt)
ist die auf einer Insel gelegene Altstadt von Stockholm. Sie liegt im Stadtbezirk
Södermalm. In Gamla stan befindet sich das von Nicodemus Tessin dem Jüngeren
erbaute Schloss sowie die beiden Kirchen Storkyrkan und die deutsche
Kirche Tyska kyrkan. In der Storkyrkan befindet sich die herausragende mittelalterliche
Reiterplastik des St. Georg mit dem Drachen kämpfend von Bernt Notke, die
in der Altstadt auch als Bronzearbeit zu finden ist. Baugeschichte
Was heute als Gamla stan bezeichnet wird, war über viele Jahrhunderte das
eigentliche Stockholm. Die heutigen zentralen Stadtteile Norrmalm, Södermalm
und Östermalm hatten dagegen mehr ländlichen Charakter. Die ersten Häuser
entstanden im 13. Jahrhundert im Schutze der Burg, die Birger Jarl zur Überwachung
der Einfahrt in den See Mälaren errichtet hatte. Am zentralen Platz, Stortorget,
wurde ein Rathaus gebaut und dahinter entstand die Dorfkirche, aus der später
die heutige Nikolaikirche wurde. Vom Platz gingen Straßen, die nach einem
unregelmäßigen Muster angelegt wurden, zu den verschiedenen Stadttoren.
Die ältesten belegten Straßen sind Köpmangatan (erstmals erwähnt
1323), Skomakargatan (1337) und Svartmangatan (1437). Im Mittelalter war
der Ort von einer Stadtmauer umgeben die oberhalb der heutigen Straßen Västerlånggatan
und Österlånggatan lag. Schon zum Ende des 13. Jahrhunderts begann
man den Baugrund der Stadt zu erweitern, indem man die Strände der Insel
mit Erde auffüllte. Die Stadtmauer wurde verschoben und das neu gewonnene
Gebiet mit Häusern bebaut. Nach einem verheerenden Brand von 1625, der hauptsächlich
die südwestlichen Teile der Stadt zerstörte, wurden umfassende Ausgleichsarbeiten
durchgeführt, was zur Bildung der schnurgeraden Straßen Stora Nygatan
und Lilla Nygatan führte. Zum Ende des 17. Jahrhunderts hatten die Stadtmauern
ihre Bedeutung verloren und wurden folgerichtig abgerissen. Die ältesten
Gebäude waren wahrscheinlich Holzhäuser, doch im späten Mittelalter
wurden die meisten durch Steinhäuser ersetzt. Später wurden die Fassaden
von vielen mittelalterlichen Bauten umgestaltet. Sie erhielten hohe Giebel und
reich ausgeschmückte Portale. Im 18. Jahrhundert wurden die Dachformen von
vielen Gebäuden geändert und die Fassaden einheitlich verputzt. Im folgenden
Jahrhundert erhielten die Häuser an den Einkaufsstraßen repräsentative
Schaufenster. Heute gibt es hinter den sichtbaren Fassaden noch eine große
Anzahl an mittelalterlichem Mauerwerk. In den Gebäuden findet man häufig
mittelalterliche Kellergewölbe, Kalkmalereien des 16. Jahrhunderts, reich
verzierte Deckenbalken des 17. Jahrhunderts, hochklassige Innenausstattungen im
Rokokostil oder überbordende Dekorationen des 19. Jahrhunderts. UNBEDINGT
SEHENSWERT |