| Das Rathaus in Stockholm Das
Rathaus wurde zwischen 1911 und 1923 nach Plänen des Architekten Ragnar Östberg
im Stil der schwedischen Nationalromantik erbaut und am 23. Juni 1923 eingeweiht.
Der Ost- und der Südflügel blicken auf den See und werden durch einen
105 Meter hohen Eckturm zusammengefasst, der vom Reichswappen Tre Kronor gekrönt
wird. Ursprünglich war geplant, auf diesem Grundstück ein Amtshaus
(rådhus) zu bauen, das den Magistrat und das Stadtgericht beherbergen sollte.
Aus dem dazu 1903/04 veranstalteten Architekturbewerb ging der Entwurf Ragnar
Östbergs siegreich hervor. Doch die Stadtregierung beschloss kurz danach,
auf diesem Grundstück ein repräsentatives Gebäude für die
Stadtregierung und das Stadtparlament zu errichten. Ragnar Östberg wurde
aufgefordert, seinen Beitrag in diesem Sinne umzuarbeiten, während der im
Wettbewerb Zweitplatzierte Carl Westman mit dem Bau des Amtshauses, dem heutigen
Stockholms rådhus, auf einem Grundstück in der Nähe beauftragt
wurde. Östberg hielt in seinem neuen Entwurf an den Hauptzügen seines
ersten Entwurfes fest, nämlich die symbolische Beziehung zum Wasser und den
dominierenden Eckturm. Gleichzeitig griff er mediterrane Elemente, vor allem aus
Venedig auf, die ihren Ausdruck im Bürgerhof (Borgargården) und der
Blauen Halle (Blå Hallen), die übrigens nicht blau ist, finden. Gestaltung Der
byzantinisch inspirierte goldene Saal: Mosaik der "Königin des Mälarsees"Zur
Ausgestaltung und Einrichtung des Rathauses wurden zahlreiche Künstler engagiert.
An der Ausgestaltung arbeiteten u.a. die Maler Axel Törneman, Einar Forseth
und Prinz Eugen, die Möbeldesigner Ernst Spolén, Melchior Wernstedt
und Carl Malmsten und die Textilkünstlerin Maja Sjöström. Den Stadshusparken
schmücken Statuen des Bildhauers Carl Eldh, u. a. die Trilogie von 1923,
Verfasser Författaren (August Strindberg), Dichter
Skalden (Gustav Fröding) und Maler Målaren (Ernst Josephson),
die wegen ihrer Nacktheit zunächst starke Proteste hervorriefen. Besonders
erwähnenswert sind die Repräsentationsräume des Rathauses, wie
der Goldene Saal (Gyllene salen) mit den von Puhl & Wagner ausgeführten
Gold-Mosaiken nach den Entwürfen von Einar Forseth, der Beratungssaal (Rådsalen)
in dem jede dritte Woche die Stockholmer Stadtregierung zusammentritt, die Galerie
des Prinzen (Prinsens galleri) sowie die Blaue Halle (Blå hallen), in der
jährlich das Festessen anlässlich der Vergabe der Nobelpreise abgehalten
wird. UNBEDINGT SEHENSWERT |